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Erntedankfest gefeiert

Treffelstein, den 11.10.2017

„Gott sei Dank - wie oft wird das gesagt?“  Ob man dabei wirklich an Gott denkt, das hat Pfarrer Albert Hölzl im Erntedankgottesdienst bezweifelt. Diese Redensart gebrauche man in lapidaren Situationen, sie sei eine reine Floskel. Doch einmal im Jahr sei dieser Satz ernst gemeint: An Erntedank werde Gott   für die Ernte und für alles, was er den Menschen schenke, gedacht.
Beim Gottesdienst war vor dem Volksaltar war ein prächtiger Erntealtar, bestückt mit Früchten des Gartens und des Feldes, aufgebaut.  Das Lukasevangelium mit Heilung der zehn Aussätzigen sei wie gemacht für das Erntedankfest, sagte Hölzl. Gott gebe hier ein Beispiel, welche Wunder er für die Menschen vollbringe. Zehn Aussätzige werden rein. - Menschen, um die man einen weiten Bogen macht, die ausgegrenzt waren aus der Gemeinschaft, die gemieden wurden und abseits der Zivilisation ihr Leben fristen mussten.  Jesus, barmherzig wie er ist, heilt die Ausgestoßenen. Doch nur ein einziger von ihnen kehrt zurück, um für seine Heilung zu danken. Das sei auch typisch für unsere Zeit.
„Wir handeln täglich wie die Neun“, für die ihre Heilung selbstverständlich gewesen sei. „Sind wir dankbar für unser Leben, unsere Gesundheit, für das, was wir haben und sind und geschafft haben?“, fragte der Geistliche.  Im Alltagsleben gehe das Danken unter. Nur ab und zu komme ein Hauch von Dankbarkeit zum Vorschein. Solange die Menschen gesund seien, genug zu essen hätten und vor allem im Wohlstand lebten, sei dies alles selbstverständlich. Doch blicke man über den Tellerrand hinaus, müsse man feststellen, dass Not, Leid und Krankheit zum täglichen Leben gehörten. Würde man genau überlegen, käme man zu dem Ergebnis:  Da steckt etwas Großes dahinter, einer, für den es sich lohnt, unser Leben nach ihm auszurichten. „Wenden wir uns Gott zu, so wie die Sonnenblume, die ihre Blüten immer zur Sonne hin ausrichtet“, appellierte Hölzl. Selbst wenn man das ganze Jahr über zu danken vergesse, biete doch das Erntedankfest Gelegenheit, ganz bewusst für die scheinbaren Selbstverständlichkeiten zu danken.
Am Schluss des Gottesdienstes dankte der Geistliche allen, die den Erntealtar errichtet hatten, und dem Kirchenchor, den Franziska Babl auf der Querflöte begleitete, für die musikalische Gestaltung.
Vor dem Kirchenportal boten die Ministranten nach dem Gottesdienst Minibrote zum Verkauf an, die der Pfarrer im Gottesdienst gesegnet hatte. Gespendet hatte die Brote der „Beck“.  Innerhalb weniger Minuten waren die frischgebackenen Brotlaibchen verkauft.
Nach dem Gottesdienst lud der Pfarrgemeinderat Treffelstein ins Pfarrheim zum Oktoberfest ein. Dort gab es Schweinebraten, Schnitzeln, Brotzeitbretteln, Kaffee und Kuchen.