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Einweihungsfeier zur Sanierung der Gemeindekanzlei

Treffelstein, den 25.04.2018

Sieben Monate hat die Sanierung der Gemeindekanzlei Treffelstein gedauert. Für das Ergebnis hat die   Gemeinde  am Sonntag Lob von allen  Seiten erhalten.  Bei der Einweihungsfeier mit Segnung sparten Ehrengäste und Festredner nicht mit Komplimenten. „Zu Recht“, meinte Landrat Franz Löffler. Die Gemeinde Treffelstein und ihre Bürger könnten stolz sein auf das Erreichte. Immerhin wurde das 300 000-Euro-Projekt ohne Förderung geschultert.
 „Heute ist für uns ein Tag der Freude“, sagte stellvertretende Bürgermeisterin Christa Bucher bei der Begrüßung. Und das aus zweierlei Gründen: zum einen wegen des gelungenen Werks, zum anderen wegen der zahlreichen Gäste, die zur Einweihung gekommen waren. Darunter auch Tiefenbachs Bürgermeister Ludwig Prögler, der die gute Zusammenarbeit der beiden Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft herausstellte.
„Es ist genauso geworden, wie es sich Altbürgermeister Hans Wallner immer vorgestellt hatte“, sagte Bürgermeister Helmut Heumann in seiner Ansprache. Das freue ihn sehr. Nach der Sanierung sei die Gemeindekanzlei ein echtes Prunkstück. „Das Haus mit Geschichte“ – hier waren bereits Schule, Postfiliale und Arztpraxis untergebracht – erstrahle nun in neuem Glanz. Heumann ist glücklich,   dass mit der Sanierung ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung ging. Endlich seien Gemeindekanzlei, Sitzungssaal, Trauzimmer und Gemeindearchiv unter einem Dach vereint. Der Bürgermeister ging auf den Bau von der Planung bis zur Fertigstellung ein und wies besonders auf die   freiliegenden Dachbalken im Sitzungssaal hin, der ohnehin „ein wunderschöner lichtdurchfluteter Raum“ sei.   Auch von außen präsentiere sich die Gemeindekanzlei in neuem Glanz.  Zusammen mit Kirche und Pfarrheim bilde das Gebäude eine Einheit – im Herzen von Treffelstein. Heumanns Dank galt allen am Bau beteiligten Firmen, den Gemeinderäten  sowie seiner Stellvertreterin Christa Bucher, die am Tag der Einweihung mit ihren Helferinnen für die Verköstigung der Gäste gesorgt hatte. „Wir arbeiten immer perfekt zusammen“, sagte der Bürgermeister und überreichte ihr einen Blumenstrauß.
Ein weiterer Dank ging an Inge Guldan und Alois Krapfl. Sie haben entscheidend dazu beigetragen, dass Treffelstein nun ein „sauberes und geordnetes Gemeindearchiv“ hat.  Das war nicht immer so.  Früher lagerten die Akten und Aufzeichnungen wahlweise im feuchten Keller oder auf dem Dachboden. „Völlig unsachgemäß“, weiß Heumann heute. Erst aufgrund von „scharfer Kritik“ des ehemaligen Kreisarchivpflegers Karlheinz Schröpfer sei der Stein ins Rollen gekommen. Schröpfer habe damals vehement darauf verwiesen, dass jede Gemeinde die Pflicht habe, ein Archiv zu pflegen. Mit Inge Guldan und Alois Krapfl habe man zwei Bürger gefunden, die sich dieser umfangreichen und diffizilen Aufgabe annahmen. Immerhin galt es, unzählige Akten zu sichten, von Schimmel und Staub zu befreien,  auszumisten, neu zu ordnen und zu katalogisieren. „Ihr habt das perfekt gemacht“, sagte Heumann. Ein Lob, dem sich  der neue Kreisarchivpfleger Josef Ederer anschloss. „Ihr habt das Gedächtnis der Gemeinde aus dem Koma geholt“, sagte er. Die neuen Archivräume finden sich nun im Erdgeschoss der Gemeindekanzlei. So bleibt  die Geschichte der Gemeinde auch für künftige Generationen erhalten.  In Zukunft wird sich neben Inge Guldan auch Anna Krapfl um das Archiv kümmern.
Und Alois Krapfl hat gleich selbst dafür gesorgt, dass das Gemeindearchiv immer auf dem neuesten Stand ist: Er hat die Gemeindegeschichte ab 1970 auf 103 Seiten aufgeschrieben und mit Bildern illustriert. Damit  knüpft  er an das Heimatbuch von Prälat Josef Kraus an. Einige Exemplare der neuen Ortschronik hat  er der Gemeinde bereits übergeben.  Heumann dankte den drei Archivaren und lobte ihren Idealismus und ihr ehrenamtliches Engagement, mit dem sie das Archiv aufgebaut haben. „Wer seine Wurzeln nicht kennt, weiß nicht, wo er hingeht“, sagte Landrat Löffler zur Bedeutung der Gemeindearchive. Die Gemeinde habe mit der Sanierung des Rathauses die richtige Entscheidung getroffen. Die Bürger könnten auf sie stolz sein. Denn damit habe die Gemeinde bewiesen, dass ihr das Wohl der Bürger am Herzen liege. Denn die Gemeindekanzlei sei erste Anlaufstelle für Bürgeranliegen. Die neugestaltete Gemeindekanzlei bezeichnete er deshalb als Ort der Begegnung und Kommunikation.  Als Geschenk hatte der Landrat die Bayerische Bürgermeistermedaille am hellblauen Band dabei.
MdB Karl Holmeier freute sich mit der Gemeinde Treffelstein. Die Entscheidung, so umfangreich zu sanieren, sei mutig gewesen. Das Ergebnis habe alle Erwartungen übertroffen. Die Gemeindekanzlei sei zu einem   repräsentativen Gebäude im Herzen von Treffelstein geworden. „Treffelstein hat sich was getraut“, meinte MdL Dr. Gerhard Hopp. Die Gemeinde habe nicht gejammert ob der fehlenden Förderung, sie habe einfach selber angepackt.
Architekt Josef Prokopetz ließ die Baugeschichte Revue passieren. Kosten- und Zeitrahmen seien eingehalten worden, sagte er und lobte die „saubere Arbeit“ der 20 an der Sanierung beteiligten Firmen. Man habe versucht, den historischen Charakter des Hauses zu wahren und in ein modernes Gewand zu kleiden. Symbolisch übergab er  Bürgermeister Heumann den Schlüssel. Im Namen aller Menschen mit Handicaps bedankte sich Manuela Bindl, stellvertretende Vorsitzende der Kontaktgruppe für Schwerhörige Cham und Umland, und überreichte Bürgermeister Heumann eine Plakette. Diese weist darauf hin, dass nun auch der Sitzungssaal neben Kirche und Pfarrheim  mit einer Induktionsschleife ausgestattet ist. Außerdem wurde der Eingang barrierefrei gestaltet und ein Treppenlift eingebaut. „Ich bin stolz in einer so inklusiven Gemeinde zu leben“, sagte Bindl.
Anschließend segnete  Pfarrer Albert Hölzl   die Räume der sanierten Gemeindekanzlei und rief den Segen Gottes auf all jene herab, die ein- und ausgehen. Am Nachmittag hatten alle Interessierten beim Tag der offenen Tür die Möglichkeit, einen Blick in die sanierten Räume zu werfen.