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Patrozinium

Treffelstein, den 18.01.2019

Kaspar, Melchior und Balthasar heißen sie, der Volksmund nennt sie die Heiligen drei Könige: Nur nach dem Evangelium des Matthäus kommen zur Geburt Jesu Sterndeuter aus dem Morgenland. Im Stall von Bethlehem  knien  sie vor dem Jesuskind nieder, huldigen ihm  und bringen ihre Geschenke dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Die Treffelsteiner Pfarrgemeinde ist eine der wenigen Pfarreien, die  die Heiligen Drei Könige als Kirchenpatrone hat.  Am Sonntag, am Fest der Erscheinung des Herrn, feierten die Gläubigen Patrozinium.   Bei einem  Gottesdienst, den der Kirchenchor musikalisch gestaltete, kehrten  die Sternsinger wieder zurück.    Gemeinsam mit ihnen zog Pfarrer Albert Hölzl in die Pfarrkirche ein.   54 Sternsinger waren in den vergangenen Tagen unterwegs, verkündeten die Botschaft Jesu Christi   und sammelten für notleidende Kinder.  Insgesamt wurden in der Pfarreiengemeinschaft Tiefenbach-Treffelstein-Biberbach  über 4976 Euro gesammelt.
Der Geistliche stellte die Weisen aus dem Morgenland in den Mittelpunkt seiner Predigt. Er sagte, dass nur der Evangelist Matthäus von den Heiligen Drei Königen berichtet.  In wenigen Sätzen erzähle er  von Magiern aus dem Osten, die nach Bethlehem kamen, um dem neugeborenen König der Juden zu huldigen, und ihm Geschenke darbrachten: Gold, Weihrauch und Myrrhe.   Von den biblischen Sterndeutern erzählen auch drei Darstellungen in der Treffelsteiner Pfarrkirche: ein Fresko an der Stirnseite des Langhauses, zu beiden Seiten und über dem Bogen zur Apsis. Das 1936/37 vom Münchner Künstler Georg Winkler gemalte Fresko thematisiert das Weihnachtsgeschehen, zeigt die Verkündigung an die Hirten, den Weihnachtsstern und die Heiligen Drei Könige. Eine weitere Dreikönigs-Darstellung – die Anbetung des Jesuskindleins – findet sich als Altarbild im Chorraum. Ein besonders wertvoller Schatz ist das gotische  Relief in der Taufkapelle, das ebenfalls die Anbetung zeigt.
Für die Drei Weisen sei es eine Lebensreise voll von Ereignissen und Eindrücken gewesen. Recht viel mehr wisse man nicht über die Heiligen Drei Könige. Demzufolge hätten auch nicht viele Kirchen die Drei Könige als Kirchenpatron. Aber sie seien unbeirrt dem Stern gefolgt und den nicht einfachen Weg bis zum Stall in Bethlehem gegangen. Der Stern habe ihnen Orientierung gegeben. Man solle sich die Drei Heiligen Könige zum Vorbild nehmen, wenn man die Orientierung im Leben verliere.
Als Zeichen der heilenden Macht  Jesu segnete Pfarrer Albert Hölzl Weihwasser, Weihrauch, Salz und Kreide. Die Dreikönigsweihe bringe zum Ausdruck, dass das Geheimnis der Menschwerdung Gottes auch in den Alltag hineinwirken möge.
Anschließend schrieb der Geistliche den Segen mit geweihter Kreide  20*C+M+B*19  an die Kirchentüren.  Am Schluss des Gottesdienstes sangen die Gläubigen das Treffelsteiner Dreikönigslied, das Pfarrer Johann Renner, ein früherer Ortsgeistlicher, komponiert hatte.
 

 

Foto: Patroziniumfeier