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Fronleichnam gefeiert

Treffelstein, den 03.07.2019

Das Fronleichnamsfest stellte wieder einmal den Höhepunkt öffentlicher Glaubensbekundung der Pfarrgemeinde Treffelstein dar. Vor Beginn des Gottesdienstes hatten die örtlichen Vereine mit ihren Fahnen beim ehemaligen Gasthaus „Zum Bräu“ Aufstellung genommen und zogen, angeführt von der Treffelsteiner Blasmusik in die Pfarrkirche ein, wo Pfarrer Albert Hölzl den Festgottesdienst zelebrierte.
Ostern, so Pfarrer Albert Hölzl, liege bereits 60 Tage zurück. Der Fronleichnams-Tag hänge eng mit dem letzten Abendmahl zusammen, bei dem Jesus seinen Jüngern den lebendigen Leib des Herren in  Form des Brotes und des Weines übergeben hat. Das Brot symbolisiere dabei den Leib und der Wein das Blut Christi. Am Hochfest Fronleichnam trage man Gott hinaus aus der gewohnten Umgebung des Gotteshauses, durch die Straßen des Ortes, um so die Verbundenheit mit ihm zu zeigen. Wer schon einmal in Lourdes gewesen sei, sei beeindruckt von der Gläubigkeit der Menschen. Besonders Behinderte und Kranke setzten mit dem Besuch der Wallfahrtsstätte  ihre Hoffnung auf Heilung und Linderung. Gerade diese Menschen, aus deren Augen der Glaube spreche, hätten einen starken Glauben. „Doch ist die Kirche nicht selbst schwer krank und braucht einen Arzt“, fragte sich der Geistliche. Bereits viele Menschen hätten die Kirche als hoffnungslosen Patienten aufgegeben. Die Kirche leide an Depression und strahle wenig Optimismus aus. Sie trage eine tickende Krebsgeschwulst in sich. Mit ihrem, für viele unverständlichem Verhalten in verschiedenen Situationen, habe sie das Vertrauen der Gläubigen zerstört. Kalt, hässlich und oft unmenschlich präsentiere sie sich den Menschen, die Schwierigkeiten in der Glaubensfindung hätten. Hier müsse man sich die Frage stellen, ob die Kirche vielleicht nicht auch einen Arzt brauche, der sie dazu bringe, die Menschen durch Vertrauen Liebe und Nächstenliebe wieder gesunden lasse. Dabei hätte die Kirche doch den besten Mediziner: Gott. Die Kirche täte gut daran sich an diesen Arzt zu wenden, der sie auf schnellstem Weg gesunden lassen könne. Kritisch betrachtet müsse man feststellen, dass die Menschen selbst die Kirche seien und diese Kirche sei so gesund oder krank wie der Mensch selbst. Das Fronleichnamsfest sei eine gute Gelegenheit Gott anzunehmen und wieder zu gesunden. 
Nach der Aussetzung des Allerheiligsten in der Kirche zog man mit der konsekrierten Hostie in der Monstranz durch die geschmückten Straßen der Ortschaft zu den vier Altären, an denen das Evangelium verlesen, Fürbitten vorgetragen und der Segen Gottes erteilt wurde. Den Abschluss bildete das große Te deum in der Pfarrkirche.
 

 

Foto: Gläubigen bei der Fronleichnamsprozession